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Der Kopfschmerzhelden-Blog

Unterschiedliche Migräne Formen, vielfältige Symptome

Inhaltsverzeichnis

Migräne gilt als eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Etwa 13 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer leiden unter Migräneattacken. Kinder bis zur Pubertät sind zu rund fünf Prozent betroffen. Die Schwere der Attacken erreicht zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr ihren Höhepunkt und klingt ab einem Alter von 55 Jahren langsam ab.

Häufigkeit und Schwere der Attacken bestimmen den Leidensdruck. Viele Betroffene beklagen einen hohen Verlust an Lebensqualität. Setzt bei ihnen der Kopfschmerz ein, müssen sie ihren normalen Tagesablauf unterbrechen und sehen sich gezwungen, das Bett aufzusuchen. Wir unterscheiden verschiedene Formen der Migräne. Im Folgenden klären wir Dich über deren Symptome und Auslöser auf.

Migräne ohne Aura die häufigste Form

Die richtige Diagnose ist entscheidend für den Erfolg der Behandlung. Die folgenden Unterscheidungsmerkmale dienen lediglich der groben Orientierung. Letztlich kann nur der Arzt beurteilen, an welcher Migräneart Du wirklich leidest.

Migräne ohne Aura gilt als am stärksten verbreitete Form der Migräne. Diese früher auch als einfache oder gewöhnliche Migräne bezeichnete Variante äußert sich durch starke Kopfschmerzen, häufig begleitet vom Übelkeit und Erbrechen sowie einer Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen. Einseitige, pulsierende Kopfschmerzen von mittlerer bis starker Intensität, die sich bei körperlicher Anstrengung verstärken, sind weitere Symptome der Migräne ohne Aura. Die Dauer der Kopfschmerzen kann von vier bis 72 Stunden reichen.

Als frühe Anzeichen im Vorfeld einer Migräneattacke nennen Betroffene Gereiztheit, Unruhe und Nervosität. Einige verspüren einen Heißhunger auf Süßes. Auch von Müdigkeit und häufigem Gähnen wird berichtet.

Wahrnehmungsstörungen bei Migräne mit Aura

Die Symptome der Migräne ohne Aura treten auch bei der mit Aura auf. Zusätzlich nehmen die Patienten vor Beginn der Kopfschmerzen Sehstörungen wahr, manchmal verbunden mit Gefühls- und Sprachstörungen. Gegenüber der Migräne ohne Aura ist die durchschnittliche Anzahl der Attacken bei der Migräne mit Aura niedriger. Bis zu 25 Prozent der Betroffenen leiden an dieser Migräneart.

Migräne mit Hirnstammaura schwer zu diagnostizieren

Bei der Migräne mit Hirnstammaura, ursprünglich bezeichnet als Basilaris Migräne oder basiläre Migräne, handelt es sich um eine sehr seltene Form der Migräne, bei der auch die Motorik gestört ist. Neben Sprachstörungen treten bei der Migräne mit Hirnstammaura beidseitige Sehstörungen, Hörminderungen mit Ohrgeräuschen, Schwindel und Koordinationsstörungen auf.

Ein sich in Beine und Arme ausbreitendes Taubheitsgefühl hindert die Patienten am Laufen und Stehen. Ist die akute Schwäche nach einer halben Stunde wieder abgeklungen, stellt sich ein starkes Gefühl der Müdigkeit und Erschöpfung ein.

Da die Symptome der Basilaris Migräne denen eines Schlaganfalles ähneln, gehen Angstzustände mit dieser Migräneform einher. Sie können sich zu Panikattacken steigern und in Depressionen münden.

Hemiplegische Migräne mit Lähmungen verbunden

Die ebenfalls sehr selten auftretende hemiplegische Migräne geht einher mit motorischen Ausfällen. Lähmungen der Arme oder Beine, begleitet von Sehstörungen, Sprachproblemen oder Schwindel, kennzeichnen die heftigen Attacken.

Schwere Fälle der hemiplegischen Migräne können dauerhafte Ausfälle der Motorik bis hin zum Koma zur Folge haben. Die Symptome ähneln zuweilen gar denen eines Schlaganfalles. Hemiplegische Migräneattacken können durchaus lebensbedrohlichen Charakter annehmen.

Retinale Migräne in einer Sehstörung begründet

Die retinale Migräne, auch unter der Bezeichnung Netzhautmigräne bekannt, kommt ebenfalls nur sehr selten vor. Im Unterschied zu anderen Migränearten steht die retinale Migräne in den meisten Fällen nicht mit Kopfschmerzen in Verbindung. Betroffene beschreiben ihr Gesichtsfeld als kurzfristig eingeschränkt und nehmen Lichtblitze oder Flackern wahr. Übelkeit, Schwindel und Lichtüberempfindlichkeit begleiten die retinale Migräne. Die Attacken währen meist nur wenige Minuten, dauern selten länger als eine Stunde.

Vestibuläre Migräne weitere Migräne-Sonderform

Schwindel kennzeichnet die selten auftretende vestibuläre Migräne. Häufig tritt er als einziges Symptom auf, begleitet von unsicherem Gang, Übelkeit und Erbrechen. Die vestibuläre Migräne kommt in bis zu 30 Prozent der Fälle ohne Kopfschmerzen aus. Betroffene verspüren allenfalls einen leichten Kopfdruck. Dieser Umstand erschwert die Diagnose.

Erbfaktoren spielen eine bedeutende Rolle

Die Vererbbarkeit der Volkskrankheit Migräne steht außer Frage und wird auf etwa 50 bis 70 Prozent geschätzt. Hast Du einen Verwandten ersten Grades mit Migräne, dann ist Dein Risiko, ebenfalls an Migräne zu erkranken, zwei- bis vierfach erhöht. Zwillingsstudien stützen diese Zahlen.

Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht bekannt. Als Auslösefaktoren kommen ein wechselnder Schlaf-Wach-Rhythmus und unregelmäßige Tagesabläufe sowie Bewegungsmangel in Betracht. Auch hormonelle Veränderungen können als Migräne-Trigger wirken, etwa während des Zyklus oder nach der Einnahme von Hormonpräparaten.

In Entspannungsphasen nach körperlichem oder seelischem Stress treten Migräneattacken besonders häufig auf. Mögliche Trigger sind auch starke Emotionen und bestimmte Nahrungsmittel. Hier steht insbesondere der Rotwein in Verdacht, bei manchen Menschen Migräneanfälle auslösen zu können.

Möglichen Auslösern auf die Spur kommen

Wenn Du an Migräne leidest, kann Dir ein Kopfschmerz-Tagebuch dabei helfen, möglichen Auslösern auf die Spur zu kommen. Es versetzt Dich in die Lage, kritische Faktoren zu identifizieren und an deren Vermeidung zu arbeiten. Was ist vor dem Anfall passiert? Welche Lebensmittel hast Du konsumiert, welche Medikamente zu Dir genommen? Wie waren Schwere und Verlauf der Migräneattacke?

Deine Aufzeichnungen liefern auch dem behandelnden Arzt wichtige Hinweise für die richtige Diagnose und Behandlung Deiner Beschwerden.

Dieser Beitrag stellt keine medizinische Beratung dar. Er ersetzt nicht den Besuch bei einem Arzt und ist auch nicht geeignet, um Diagnosen zu stellen. Weiterhin erhebt der Beitrag keinen Anspruch auf Vollständigkeit.