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Der Kopfschmerzhelden-Blog

Migräne-Piercing: das Geheimnis der Migräne-Behandlung mittels Daith-Piercing

Inhaltsverzeichnis

Um die meist erheblichen Beschwerden bei einer Migräne in den Griff zu bekommen, greifen Betroffene immer häufiger zu unkonventionellen Methoden. Wusstest Du, dass bei Migräne auch ein Piercing genutzt wird, um Migräne-Patienten und -Patientinnen prophylaktisch gegen Beschwerden zu wappnen? Was ein Migräne-Piercing bezwecken soll und ob es sich für Dich als alternative Behandlungsmethode lohnen kann, zeigt dieser Überblick.

Welches Prinzip verbirgt sich hinter dem Migräne-Piercing?

Das Migräne-Piercing ist auch unter dem Namen Daith-Piercing bekannt und eine Piercing-Methode, die am Ohr zur Anwendung kommt. Dabei wird die innere Wölbung der Ohrmuschel direkt an dem kleinen Brückenknorpel in fast waagerechter Position gepierct. In der Fachsprache nennt sich dieser Knorpel Crus Helix, ist aber auch als Daith ein Begriff und für diese besondere Variante eines Ohrpiercings namensgebend.

An der Position, an welcher sich der Ohrknorpel befindet, geht auch der Vagusnerv entlang. Wird dieser gezielt stimuliert, kann es möglich sein, die bei Migräne auftretenden starken Schmerzen zu lindern. Von insgesamt 12 Hirnnerven ist der Vagusnerv der einzige, der vom Gehirn bis zur Brust und in den Bauch hinein reicht und feine Äste zu den dort befindlichen Organen ausbildet. Als Teil des parasympathischen Nervensystems soll er Einfluss auf die Regeneration des Körpers nehmen. Diesen Ansatz macht sich das Migräne-Piercing zunutze und soll sich ähnlich wie der Druck bei einer Akupunktur auswirken. Da das Migräne-Piercing dauerhaft im Ohrknorpel gesetzt bleibt, ist ein konstanter Druck auf den Vagusnerv zu erwarten.

Welche Vorteile hat ein Migräne-Piercing?

Befürworter eines Migräne-Piercings gehen davon aus, dass eine Wirkung durch die dauerhafte Druckausübung auf den Nerv erzielt werden kann. Auf Basis der ansprechenden Ästhetik eines Ohrpiercings ist eine weitere Idee hinter einem solchen Piercing, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Wie bei jedem anderen Piercing auch ist es möglich, verschiedenen Piercingschmuck zu verwenden. Er kann grundsätzlich jederzeit gewechselt und so der täglichen Mode angepasst werden.
Aktuell schwingen jedoch die kritischen Stimmen im Hinblick auf ein Migräne-Piercing etwas lauter, als es die der Befürworter eines Daith-Piercings sind.

Welche Nachteile sind bei einem Migräne-Piercing zu erwarten?

In erster Linie ist es für das Schmerzempfinden beim Piercen ein erheblicher Unterschied, ob das weiche Ohrläppchen oder im Falle eines Migräne-Piercings ein harter Knorpel durchstochen wird. Des Weiteren ist es zum einen von der Kunst des Piercers, als auch von den Wundheilungsressourcen Deines Körpers abhängig, wie schnell der durchstochene Knorpel im Anschluss heilt.

Mögliche Komplikationen bei einem Migräne-Piercing können sein:

  • Blutungen
  • Entzündung der Einstichstelle und umliegenden Hautpartien
  • Wundinfektionen
  • Schwellungen
  • Allergien

Je nachdem, wie Dein Körper auf ein Migräne-Piercing reagiert, kann sich die Wundheilung in die Länge ziehen und von anderen Schmerzen als den Dir von Migräne bekannten begleitet sein. Außerdem ist es wichtig, dass der Piercer lizensiert für diese Aufgabe ist und dass beim Piercen höchste Hygienestandards zur Anwendung kommen.

Ein weiterer sehr wesentlicher Aspekt ist, dass sich Dein Körper unter Umständen an die neue Situation mit dem Migräne-Piercing anpasst. Da der Vagusnerv durch das Piercing dauerhaft stimuliert wird, kann es zu einem Gewöhnungseffekt kommen, wodurch das Daith-Piercing seinen beabsichtigten Effekt verliert. Einige von Migräne Betroffene berichten auch von einer gegenteiligen Wirkung, wobei es zu einer Verschlimmerung der migränebedingten Beschwerden kommen kann. Wie Du siehst, ist das Migräne-Piercing in seiner Wirkung sehr komplex.

Gibt es gesicherte Erkenntnisse zur Wirkung bei einem Migräne-Piercing?

Die Datenlage ist aktuell noch sehr dünn. Es liegen noch keine umfangreichen wissenschaftlichen Studien zur Wirkung eines Daith-Piercings vor. Bei den von Betroffenen beschriebenen Erfahrungen ist außerdem nicht klar, ob es sich lediglich um eine Art Placebo-Effekt oder um ein tatsächliches Wirkresultat des Piercings handelt. Auch wenn Betroffene eine positive Wirkung wahrnehmen, so muss diese nicht zwangsläufig wissenschaftlich fundiert sein.

Ist ein Migräne-Piercing sinnvoll oder nicht?

Solltest Du Dich für ein Migräne-Piercing entscheiden, kann Dir keiner eine Garantie geben, dass Deine Migränebeschwerden gelindert werden. Ebenso lassen sich Nebenwirkungen nicht ausschließen.
Sofern Du Dir noch unschlüssig bist, kann es sinnvoller sein, die wissenschaftliche Forschung dahingehend zunächst zu beobachten.

Dieser Beitrag stellt keine medizinische Beratung dar. Er ersetzt nicht den Besuch bei einem Arzt und ist auch nicht geeignet, um Diagnosen zu stellen. Weiterhin erhebt der Beitrag keinen Anspruch auf Vollständigkeit.