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Der Kopfschmerzhelden-Blog

Migräne: Mehr als nur Kopfschmerz

Inhaltsverzeichnis

Wenn Licht und Geräusche Übelkeit und Schmerzen in verschiedenen Kopfarealen hervorrufen, kann dies ein Anzeichen für eine Migräne sein. Die besondere Form der Kopfschmerzen zählt zu den neurologischen Erkrankungen. Sie kann in verschiedenen Formen und Ausprägungen auftreten. Eine sorgfältige Diagnostik und eine gezielte Behandlung über die akuten Schmerzphasen hinaus sind die wichtigen Werkzeuge, um trotz Migräneschüben eine gute Lebensqualität zu bewahren.

Was ist Migräne und wie äußert sie sich?

Migräne ist eine in Attacken auftretende Kopfschmerzvariante, die mit weitreichenden Symptomen einher geht. Sie geht mit Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher, mitunter auch mit einer Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen. In einer akuten Attacke kann die Erkrankung Übelkeit Wahrnehmungsstörungen und Schwindelgefühle hervorrufen oder Sehstörungen mit sich bringen.

Rund 13 % der Frauen und 7 % der Männer leben mit Migräne, wobei das erste Auftreten häufig zwischen dem 3. und dem 4. Lebensjahrzehnt auftritt. Mitunter können jedoch auch Kinder betroffen sein und eine familiäre Häufung vorliegen, weshalb eine genetische Veranlagung in der Entwicklung von Migräneschüben vermutet wird. Die zu den neurologischen Erkrankungen zählende Migräne kann in verschiedenen Formen auftreten und durch eine Vielzahl von Auslösern (sogenannte Trigger) hervorgerufen werden.

Häufig zeigt sich der Migräneverlauf auch mit unterschiedlichen Phasen zwischen

– Vorbotenphase (Prodromalphase),
– Migräneaura,
– Schmerzphase und
– Rückbildungsphase.

Vorbotenphase (Prodromalphase)

In der Vorbotenphase merken Migränepatienten bereits häufig, dass eine Attacke kommt. Sie geht mit Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsstörungen einher, kann Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel veranlassen oder eine erhöhte Geräusch- und Lichtempfindlichkeit hervorbringen. Erfahrene Migränepatienten schonen sich nun bereits bestmöglich und vermeiden den Kontakt mit individuellen Triggern, sofern diese bekannt sind.

Migräneaura

Die Migräneaura folgt der Vorphase mit Wahrnehmungsstörungen und zunehmender Sensibilität. Gerüche, Licht und Geräusche führen jetzt zu Flimmern vor den Augen, verzerrten und unscharfen Bildern oder weiteren Empfindungsstörungen, die auch den Gleichgewichts- und Orientierungssinn beeinträchtigen können. Konzentration ist in dieser Phase nicht mehr möglich.

Schmerzphase

Die Schmerzphase zeichnet sich durch starke, häufig halbseitige Kopfschmerzen aus, die besonders im Bereich von Augen, Stirn und Schläfen lokalisiert werden. Licht und Lärm können neben Geräuschen und Bewegung die Schmerzen verstärken. Dunkelheit und Ruhe lindern sie nur geringfügig. Die Schmerzphase kann ohne Schmerzmittel und Gegenmaßnahmen zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen anhalten.

Rückbildungsphase

In der Rückbildungsphase, die auch Erholungsphase genannt wird, bilden die Symptome mehr oder weniger schnell zurück. Jedoch bleibt eine grundlegende Empfindlichkeit bis zum vollständigen Ausklang der Migräneattacke zurück. Körperliche und geistige Erschöpfung gehen in dieser Phase der Migräne mit Müdigkeit einher.

Ursachen von Migräne

Die konkreten Ursachen einer Migräneerkrankung sind vielfältig und individuell. Eine genetische Vorbelastung gilt insbesondere bei familiärer Häufung als wahrscheinlich. Aber auch Stress, Reizüberflutung, Schlafmangel, die Flüssigkeitszufuhr und die Ernährung spielen eine Rolle. Zusätzlich können diverse Trigger als Auslöser einer akuten Attacke dienen. So tritt bei manchen Menschen, insbesondere Frauen, ein Migräneschub in Verbindung mit Hormonschwankungen (Menstruationszyklus) auf, oder werden durch Getränke wie Alkohol und Kaffee hervorgerufen. Allerdings kann auch ein Koffeinentzug die Beschwerden triggern. Manche Wetterlagen, z.B. starke Wetterwechsel oder Föhn, gelten ebenso als Auslöser.

Wissenschaftlich wird Migräne häufig als eine extreme Überreizung der Nervenbahnen im Kopf angesehen, die durch die individuellen Trigger zusätzlich überlastet werden. Die Folge sind Reizungen und Mikroentzündungen der Blut- und Nervenbahnen, die speziellen Botenstoffen wie CGRP (Calcitonin-Gene-Related-Peptiden) den Durchgang erleichtern. CGRP ist ein Botenstoff, der die Schmerzweiterleitung verstärkt.

Verschiedene Formen der Migräne

Man unterscheidet die Migräneformen in Migräne ohne Aura, bei der vor allem die Kopfschmerzen sehr stark und intensiv sind, ohne von auratypischen Wahrnehmungsstörungen begleitet zu werden, und Migräne mit Aura, die das ganze Spektrum der Symptome in unterschiedlicher Intensität abdecken kann. Während Frauen, vor allem in Verbindung mit dem Zyklus, besonders häufig die erste Variante haben, tritt die zweite Variante tendenziell häufiger bei Männern auf.

Weitere Migräneformen sind seltener. Sie unterscheiden sich in retinale Migräne, die mit einem Gesichtsfeldausfall bis zur temporären Erblindung einher geht, familiäre hemiphlegische Migräne, die als autosomal-dominant vererbt mehrere Familienmitglieder betrifft und bis hin zu halbseitigen Lähmungen führt, sowie die Migräne mit Hirnstammaura, die neben dem Schmerz mit Bewusstseinsstörungen und Missempfindungen aufweist. Die persistente Aura gilt als Komplikation, bei der die Migräne nicht nur chronisch ausgeprägt ist, sondern auch epiletische Anfälle hervorrufen kann.

Variable Therapien bei verschiedenen Migräneformen

Die Therapie gegen Migräneschübe gliedert sich in akuten Maßnahmen und einer vorbeugenden Behandlung zur Vermeidung von Migräneattacken. Wichtig ist hierfür eine sorgfältige Diagnostik durch den Facharzt, der über die konkrete Differenzierung der Migräneform die passenden Maßnahmen darlegen kann. Die Behandlung erfolgt stets individuell entsprechend der vorliegenden Migränesymptome des Patienten.

Ein akuter Migräneschub wird vor allem symptomatisch behandelt. Dabei gilt es, weitere Trigger durch Lebensmittel sowie Reizstoffe wie Alkohol, Koffein und Nikotin zu vermeiden. Gehören Licht-und Geräuschempfindlichkeit zu den Triggern, ist das Liegen und Ruhen in einem kühlen und dunklen Raum hilfreich. Zudem können Medikamente zum Einsatz kommen, die in Form von Schmerzmitteln (je nach Verträglichkeit Ibuprofen, Naproxen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol) oder Mitteln gegen Übelkeit (Antiemetika) verabreicht werden. Grundlegend ist zudem eine Schonung angeraten, damit keine weiteren Reize durch Stress die Migräne verstärken.

Treten die Migräneattacken häufig und stark auf, kann eine Migräneprophylaxe angeraten sein, um die Intensität und Quantität der Anfälle zu verringern. Je nach Migräneform kann die ärztlich begleitete Therapie mit Medikamenten erfolgen. Häufige Präparate sind Betarezeptorenblocker, Antidepressiva und Antikonvulsiva. Zudem werden Entspannungstherapien, Akupunktur, Ausdauersport oder Ernährungsumstellungen angeraten, die in Kombination mit medikamentösen Therapien das Auftreten der Migräne langfristig unterbinden sollen.

Dieser Beitrag stellt keine medizinische Beratung dar. Er ersetzt nicht den Besuch bei einem Arzt und ist auch nicht geeignet, um Diagnosen zu stellen. Weiterhin erhebt der Beitrag keinen Anspruch auf Vollständigkeit.