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Der Kopfschmerzhelden-Blog

Kopfschmerzen: Arten, Ursachen und Behandlung

Inhaltsverzeichnis

Statt bei wiederkehrendem Kopfschmerz einfach zu Schmerztabletten zu greifen und diverse Nebenwirkungen zu riskieren, solltest Du den Ursachen des Problems auf den Grund gehen. Nur wenn diese bekannt sind, ist eine gezielte Behandlung möglich. Hier erfährst Du mehr zu den verschiedenen Kopfschmerzarten, deren Auslöser und den Behandlungsmöglichkeiten.

Was genau sind Kopfschmerzen und welche Arten gibt es?

Kopfschmerzen können sowohl punktuell auftreten als auch den gesamten Schädel betreffen. Dabei bereiten nicht das Gehirn oder die Schädelstrukturen Schmerzen, sondern überreizte Blutbahnen und Nerven. Fachleute unterscheiden mehr als 200 unterschiedliche Kopfschmerzarten. Diese lassen sich in zwei große Kategorien einteilen: primäre und sekundäre Kopfschmerzen.

Primäre Kopfschmerzen

Beim Primärkopfschmerz handelt es sich um ein eigenständiges Krankheitsbild, dessen Ursachen teilweise unbekannt sind. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Kategorie gehören die folgenden Kopfschmerzarten:

Spannungskopfschmerzen

Der Spannungskopfschmerz als typischstes Erscheinungsbild der Primärkopfschmerzen fühlt sich drückend, ziehend oder dumpf an und ist leicht bis mittelstark. Er betrifft meist beide Kopfhälften und strahlt vom Hinterkopf zur Stirn aus.
Häufig ist dieser Kopfschmerz eine Folge von Überanstrengung, Stress, zu viel oder zu wenig Schlaf oder Wetterumschwüngen. Weitere Auslöser sind:

  • muskuläre Verspannungen, vor allem der Nackenmuskulatur, sowie
  • zu viel Nikotin oder Alkohol.

Für gewöhnlich treten die Beschwerden nur hin und wieder auf. Der Spannungskopfschmerz kann aber auch zum Dauerzustand werden. Als chronisch gilt er, wenn er mindestens drei Monate lang an über 14 Tagen pro Monat auftritt.

Migränekopfschmerzen

Migränekopfschmerzen treten weniger häufig auf als Spannungskopfschmerzen. Sie sind jedoch deutlich stärker und schränken mehr ein. Typisch für die Migräne sind:

  • mittelstarke bis starke pulsierende, hämmernde oder pochende Schmerzen, überwiegend im vorderen Kopfbereich
  • häufig nur halbseitiger Schmerz, wobei die Seite wechseln kann
  • langanhaltende Schmerzattacken von mindestens vier (bei Kindern mindestens zwei) Stunden bis zu drei Tagen
  • Licht-, Geruchs- und/oder Geräuschempfindlichkeit
  • häufig Übelkeit, teilweise mit Erbrechen
  • ein Verstärken der Beschwerden durch körperliche Aktivität

Manchmal werden Migränekopfschmerzen von Sehstörungen, Lichtblitzen, Schwindel oder Missempfindungen der Haut (z.B. Kribbeln) begleitet. Das wird als Aura bezeichnet. Diese Symptome können vor oder während eines Migräneanfalls auftreten.

Die Veranlagung für Migräne liegt in den Genen. Ausgelöst wird sie jedoch erst durch Trigger wie:

  • grelles Licht
  • Wetterumschwünge
  • hormonelle Veränderungen
  • seelische oder körperliche Anstrengung
  • Änderungen im Tages- und/oder Lebensrhythmus oder
  • bestimmte Lebensmittel wie Schokolade oder Kaffee

Cluster-Kopfschmerzen

Der sehr seltene Cluster-Kopfschmerz ist der stärkste primäre Kopfschmerz. Er tritt in Episoden auf, die einige Wochen bis Monate andauern können. In dieser Zeit kommt es meist täglich zu Attacken, typischerweise nachts. Die Mehrzahl der Betroffenen hat zwischen den Episoden monateoder sogar jahrelang Ruhe. Es gibt aber auch chronische Fälle mit sehr kurzen oder ohne schmerzfreie Phasen.
Die einzelnen Attacken dauern zwischen 15 Minuten und drei Stunden. Die heftigen, stechenden oder bohrenden Kopfschmerzen treten stets einseitig in der Augenhöhle beziehungsweise dahinter auf und können sich bis in die Schläfe ausbreiten. Typische Begleiterscheinungen sind:

  • gerötete, tränende Augen
  • Rötungen des Gesichts
  • eine verstopfte oder laufende Nase und/oder
  • ein hängendes Augenlid

Zu den häufigsten Auslösern von Cluster-Kopfschmerzen zählen der Genuss von Alkohol, grelles oder flackerndes Licht und bestimmte Lebensmittelzusatzstoffe.

Sekundäre Kopfschmerzen

Sekundärkopfschmerz ist ein Begleitsymptom von Krankheiten, Verletzungen oder organischen Schäden.
Häufig liegen die Ursachen in Fehlstellungen des Kiefers und der Zähne oder in Fehlbelastungen der Halswirbelsäule.
Weitere mögliche Auslöser sind:

  • Stirn- und Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Trigeminusneuralgie
  • Grüner Star
  • Bluthochdruck
  • Gefäßentzündungen
  • Tumorleiden und
  • Hirnblutungen

Zu den sekundären Kopfschmerzen zählt auch der medikamenteninduzierte Kopfschmerz. Betroffen sind häufig Menschen mit chronischen Kopfschmerzen, die über Monate oder sogar Jahre an mehr als 15 Tagen im Monat ein einfaches Schmerzmittel (z. B. Paracetamol, ASS, Ibuprofen) oder an mehr als zehn Tagen ein Opiat oder ein Triptan einnehmen.

Üblicherweise sind vom Medikamentenkopfschmerz beide Kopfhälften betroffen, entweder abwechselnd oder gleichzeitig. Der als dumpf, stechend oder pulsierend empfundene Schmerz wird häufig begleitet von Augenflimmern und Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Wie werden Kopfschmerzen behandelt?

Bei leichten Kopfschmerzen reicht es oft schon, wenn Du einen Spaziergang machst, ein großes Glas Wasser trinkst oder kühle Umschläge in den Nacken oder auf die Stirn legst. Auch Schlaf, Bewegung oder Entspannungsübungen wirken Wunder. Helfen diese Methoden nicht, kannst Du es mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln wie ASS, Paracetamol oder Ibuprofen versuchen. Vorsichtig sein solltest Du mit Kombinationspräparaten, die ASS, Paracetamol und Koffein enthalten. Zwar können die Einzelwirkstoffe in diesen Medikamenten niedriger dosiert werden, wodurch weniger Nebenwirkungen auftreten, jedoch besteht ein höheres Abhängigkeitsrisiko.

Grundsätzlich eignen sich die genannten Arzneimittel nur für eine kurzfristige Behandlung. Keinesfalls solltest Du ohne ärztlichen Rat verschiedene Schmerzmittel gleichzeitig einnehmen. Das würde Deine Nieren belasten und könnte sogar zum Nierenversagen führen.
Bei Migräne und Cluster-Kopfschmerz haben sich einige Medikamente bewährt, die zur Behandlung anderer Krankheiten entwickelt wurden, beispielsweise:

  • Betablocker (z. B. Bisoprolol, Metoprolol, Propanolol)
  • Antiepileptika (z. B. Topiramat, Valproinsäure)
  • Calciumantagonisten (z. B. Flunarizin, Verapamil) und das
  • Antidepressivum Amitryptilin

Zudem kann es helfen, sich in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurückzuziehen. Einige Betroffene empfinden Schlaf und lokale Eisanwendungen als lindernd, andere bevorzugen Wärme. Um den Teufelskreis des Medikamentenkopfschmerzes zu durchbrechen, ist ein kompletter Verzicht auf Schmerzmittel erforderlich. Der Medikamentenentzug kann je nach Schweregrad vollstationär, teilstationär oder ambulant erfolgen. Bei Bedarf hilft ein Antidepressivum, die akute Entzugsphase zu überstehen.

Dieser Beitrag stellt keine medizinische Beratung dar. Er ersetzt nicht den Besuch bei einem Arzt und ist auch nicht geeignet, um Diagnosen zu stellen. Weiterhin erhebt der Beitrag keinen Anspruch auf Vollständigkeit.